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Grüße kommen per Pferd
Deutschlands jüngste Postreiterin (15) startet von Wesendorfer Ranch

Text und Fotos: Balthasar, am 29.8.2009 in der Aller-Zeitung Gifhorn erschienen.

Michelle Ebermann und Wilfried Behrens

Alfred Prill

Deutschlands jüngste Postreiterin ist gestern wieder in den Sattel gestiegen. Gestartet ist die fünfzehnjährige Michelle Ebermann von der Shesa-Moonwind-Ranch aus. Seit 15 Jahren ist die Ranch Startpunkt von Post- reitern des Vereins European PonyExpress German Trail. So lange schon ist Wilfried Behrens dabei.

Er begleitete Michelle Eber- mann, ebenso wie Alfred Prill aus Volkse, der erstmals als Postreiter in den Sattel stieg. Außerdem starteten Britta Müller und Andrea Redante. „Eigentlich darf man erst ab 16 Jahren Postreiter werden, aber wir haben eine Ausnahmegenehmigung“, erzählt Mutter Birgit Ebermann. Seit Tochter Michelle zwölf Jahre alt ist reitet sie.

Bundesweit gibt es mehr als 500 Postreiter, der älteste ist 70 Jahre alt. „Uns geht es um die Gemeinschaft, um den Erhalt von Kulturgut und ums Abenteuer“, erklärt Prill. Postreiter sind Westernreiter und sehen sich in der Tradition des PonyExpress aus dem Wilden Westen. Sie sitzen auch bei Wind und Wetter und nachts im Sattel. Ihr Ziel: Die Post so schnell wie möglich an der nächsten Station an den nächsten Reiter weiter geben.

Wenn sie anreiten, blasen sie ins Horn, damit die anderen Reiter aufsitzen. Im Ritt erfolgt der Postwechsel. Europaweit gibt es Vereine, die derzeitige Post wurde von der Slowakei aus nach Holland gebracht, 100 deutsche Reiter waren dabei. Von Holland aus wird die Post dann per regulärer Post der jeweiligen Länder an die Empfänger zugestellt.

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Wilfried Behrens bläst in sein Posthorn

Auf vereinseigenen Postkarten können die Grüße verschickt werden

Wilfried Behrens wird vereidigt

Brosche für 10 Jahre Treue

Mitgliedsausweis

Wesendorf (ba). Der Verein European PonyExpress German Trail hat eigene Stempel und Postkarten, nur Vereinsmitglieder können diese verschicken. Empfänger können auch Nichtmitglieder sein. Inzwischen hat der Verein sogar eine eigene Hymne. Die Postreiter müssen jährlich einen Eid auf eine Bibel ablegen, die sie im ersten Jahr erhalten. Außerdem gibt es einen Ausweis, im zweiten Jahr als Postreiter ein gelbes Halstuch, im dritten ein rotes Hemd und nach zehn Jahren eine Brosche. Viele Vereins- mitglieder reiten selbst nicht, sondern unterstützen als so  genannte Fans die Postreiter.

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