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Manfred Wedows zweite Leidenschaft: Seine Malerei, hier ein Bild des Brandenburger Tores an der Wand seines Wohnzimmers, ist eng verbunden mit seiner Liebe zu Marionetten und Theater.

Der Bücherwurm: Eines der schönsten Objekte von Manfred Wedow. Zur Figur gehört noch ein großes Bücherregal mit zahlreichen handgefertigten Holzbücherrücken.

Der Bauwagen diente mal als Puppenbühne: Jetzt steht er als Erinnerung im Garten.

Doktor Faust und Mephisto sitzen neben einem Berliner Leierkastenspieler und Clowns

Im Garten steht ein alter Bauwagen, zurecht gemacht wie ein Zirkuswagen. Schon beim ersten Schritt in die Wohnung atmet der Besucher Theaterluft, Kreativität. Balthasar ist zu Gast in Manfred Wedows Marionetten-Galerie in Emmen bei Hankensbüttel.

Mit dem Wagen würde er gerne über Land ziehen, in den Dörfern seine Vorstellungen zeigen, doch das Gefährt ist baufällig, bedauert er.

Das Wohnzimmer wird beherrscht von einem wandgroßen Bild vom Brandenburger Tor. „Das habe ich auf Leinwand gemalt und an die Wand gespannt“, erzählt der Berliner und Wahl-Emmener. An den Wänden stehen und hängen weitere 20 Bilder von ihm, Landschaften, Portraits. So wie in jedem Raum des Hauses, sogar im Keller.

Studiert hat Wedow Bühnenbildner. 24 Jahre war er am Schillertheater in Berlin, bis dieses 1993 geschlossen wurde. „Diese Jahre sind ein Teil meines Lebens, den ich nicht missen möchte“, gesteht er. Von der Abfindung finanzierte er einen Anbau am Haus, in dem sich heute die Marionetten-Galerie befindet. Rund 40 Marionetten hat er dort ausgestellt, von Faust bis zu Berliner Originalen und einer Szene aus „Jedermann“. Alle sind selbst geschnitzt, Requisiten ergänzen die Sammlung.

In den 70er Jahren erstand Wedow für eine Kiste Bier eine kleine Theaterbühne von der Funkausstellung Berlin. Für seine Kinder baute er kleine Marionetten, spielte ihnen Stücke vor. Das war der Beginn seiner Leidenschaft. 1974 traf er auf den Puppenspieler Karl Magersuppe und war fasziniert von dessen Marionetten. Sofort fertigte er eine Skizze, zurück in Berlin arbeitete er gleich an seiner ersten großen Marionette, Graf Bodo. Inzwischen ist daraus die Sammlung geworden, mit Ausstellungen und Vorführungen.

Immer wieder stellt er an verschiedenen Orten aus, ist besonders zur Weihnachtszeit ein gefragter Mann. Seltener geworden ist, dass er seine Stücke spielt, den Marionetten Leben einhaucht. Auch das Schaffen neuer Charaktere hat nachgelassen. „Ich habe ja kaum noch Platz hier in Emmen, einige der Puppen stehen schon in Berlin. Ausserdem gibt es nicht mehr so viele Figuren, die mich wirklich reizen. Und ich weiß noch nicht, was mit den Stücken passiert, wenn ich mal nicht mehr bin“, erklärt Wedow.

Einen Traum möchte sich Manfred Wedow aber noch verwirklichen: Er würde gerne ein Buch über Mario- netten schreiben. „Mit vielen Fotos von meinen Puppen“, schwärmt er, alte Postkarten und Bilder möchte er auch dazu nehmen, und natürlich Geschichten rund um Marionetten. Ein Vorwort gibt es bereits, verrät der Puppenbauer, und ein Gedicht.

Ein Besuch in der Marionetten-Galerie in Emmen kann über die Tourist-Information Hankensbüttel unter der Telefonnummer 05832-7066 vereinbart werden. Gerne sind auch kleine Gruppe gesehen, die nicht größer als 10 Personen sein sollten.

Text und Fotos: Balthasar

Beginn einer Leidenschaft: Mit dieser Bühne legte Wedow den Grundstock für seine heutige Sammlung.

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