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Eigentlich war der Bau von Dampfeisenbahnen aus Metall nur eine Spielart seiner wirklichen Passion. Aber genau diese Spielart hat er jetzt an seinen Neffen Johann Dilk weiter gegeben. Der
93-jährige Christian Dilk ist Konstrukteur aus Leidenschaft und baute bis vor wenigen Jahren seine entworfenen Geräte in Handarbeit komplett selbst. Der 1913 in der heutigen Ukraine geborene Christian Dilk hat schon mit zehn
Jahren funktionsfähige Dresch- maschinen zusammen gebaut, erinnert sich Neffe Johann. Seine Liebe zu Maschinen machte er zum Beruf, lernte Dreher, wurde schließlich Techniker. Während der Ausbildung bereitete ihm sein
Schaffensdrang immer wieder Probleme. Er baute heimlich ein Gewehr. Als der Meister davon erfuhr, setzte es Prügel. „Nicht, weil das Gewehr schlecht gearbeitet war, sondern weil ich nicht einfach so eine Waffe bauen durfte.“ Auch
von seinem Vater bezog er Prügel - weil er Prägewerkzeug für Münzen gefertigt hatte. Auch das war verboten, aber der handwerkliche Reiz war für ihn einfach zu groß. 1936 kam Christian Dilk nach Berlin. Im Gepäck hatte er
Konstruktionspläne für ein Flakgeschütz, von dem während des Krieges ein Prototyp gebaut wurde. Das Kriegsministerium interessierte sich für die Pläne. Dilk erhielt sofort eine Arbeit bei Borsig in Berlin, allerdings nicht in der
Waffenabteilung, sondern als Konstrukteur von Dampfmaschinen. Nach dem Krieg, in dem er ein Bein verlor, konstruierte und baute Christian Dilk 16-Millimeter- Filmkameras, die er an die alliierten Soldaten verkaufte. Noch 1993
entwickelte der heute 93-Jährige eine 3D-Filmkamera, für die er ein Patent erhielt. |
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Im Lokführerhaus ist die Technik eingebaut, im Tender liegt eine kleine Flasche Propangas für den Antrieb. 2,5 bar Druck kann die Lok aufbauen, einen Liter Wasser fasst der kleine Tank. Das
Wasser reicht für 20 Minuten Betrieb, dann muss nachgefüllt werden. Dafür steht die Lok aber, wie ihr großes Vorbild, die ganze Zeit unter Dampf. Das Anheizen dauert eine gute Viertelstunde, um die Funktionsfähigkeit zu testen
verzichten die Dilks auf Dampf und schließen die Loks an Pressluft an. Und funktionsfähig sind die Loks. Das merkte Johann Dilk, als er eine Lok seines Onkels zerlegte, um selbst ein Modell nachzubauen. Er hielt sich genau an die
Vorgaben, und sein erstes Modell fuhr nach dem Bau auf Anhieb ohne Probleme. Die kleinere Version fährt mit der so genannten Kulisse-Steuerung, einem kontinuierlichen Antrieb. Die großen Loks fahren mit der Heusinger-Steuerung, die
durch ihre ruckartige Bewegung eine höhere Leistung erzielt. 2003 steckte sich Neffe Johann Dilk mit dem Virus an. „Das ist wie eine Sucht“, erzählt der 61-jährige gelernte Werkzeugmacher. Er holte die alte Drehbank und den alten
Bohrer seines Onkels und begann in der eigenen Werkstatt mit dem Eisenbahnbau. Johann Dilk will insgesamt sechs der Züge bauen, für jedes seiner Enkelkinder einen. Danach, so hofft er, kann er diese Leidenschaft in die dritte
Generation weiter geben, an seinen Sohn, der wie der Vater Werkzeugmacher gelernt hat und von Christian Dilk vor Jahren eine der Lokomotiven zur Hochzeit geschenkt bekommen hat. |
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Rainer Peris braucht ein gutes Dutzend Lok-Führerscheine Der 35-jährige Gifhorner führt Regio-Züge auf den Landkreisstrecken |
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Der Arbeitsplatz von Rainer Peris ist schnell, eng, laut und kraftvoll. Der 35-jährige Gifhorner ist Lokführer bei der Deutschen Bahn. Er fährt Regio-Züge im Raum Hannover-Wolfsburg
und ist auch auf den Strecken im Landkreis unterwegs. Während sich ein Autofahrer meist ohne viel Aufhebens in seinen Wagen setzt und los fährt, hat Peris vor Beginn der Fahrt eine Menge zu tun. An einem Terminal lädt er vor
jeder Fahrt auf seine persönliche Chipkarte die aktuellen Tourendaten für seinen Dienst: Baustellen mit Tempoveränderungen, die Strecke, Daten zum Tempo auf den einzelnen Abschnitten, die Zugnummer. Die Daten auf der Karte
überträgt er in den Computer der Lok. Außerdem erhält er jede Woche einen Streckenplan in Buchform, in dem sämtliche Besonderheiten wie Baustellen oder Tempoänderungen stehen. Vom Wagenmeister nimmt Peris Meldungen über den
Zustand von Türschließmechanismus und Bremsen entgegen. Die Angaben auf dem Bremszettel über Zuglänge und Bremskraft der einzelnen Wagen gibt er in den Bordcomputer ein, dazu seine persönliche Lokführernummer und die Nummer des
Zuges. „Damit überhaupt etwas geht, muss ich erst die Batterie einschalten“, erzählt Rainer Peris. Das nennt man bei der Bahn Vorbereitungsstufe V1. Dann werden die Luftabsperrhähne für die Bremsen und die Stromabnehmer
freigegeben. Eine Menge Anzeigen blinken und leuchten im Führerstand, zum Beispiel eine Energieanzeige für sparsames Fahren, wobei Pünktlichkeit vor Energiesparen geht. Der elektronische Fahrplan informiert Peris ständig über
Abfahrts- und Ankunftszeiten, das Tempo, die Haltestellen und Gleisnummern. Wenn der Zug fahrbereit ist, meldet Peris dem Fahrdienstleiter Zug- und Gleisnummer. Tempo und Zugkraft hat er in einer Art Tempomat vorgegeben. Dann
rollt er in den Bahnhof Hannover ein, um die ersten Fahrgäste aufzunehmen. Für jeden Loktyp braucht Peris einen extra Führerschein. Die Seminare dauern jeweils zwei bis drei Wochen und enden mit einer Prüfung. Etwa ein Dutzend
verschiedene Lok-Führerscheine hat der Gifhorner. „Damit kann ich bis auf zwei Typen alle Regio-Loks fahren“, sagt der ausgebildete Triebfahrzeug- führer, so die korrekte Berufsbezeichnung. 18 Monate hat die Ausbildung gedauert,
eine Lehre in einem Metall- oder Elektroberuf ist Vorraussetzung. Seit mehr als 15 Jahren ist Peris bei der Bahn, rund zwölf Jahre davon im Fahrdienst. „Es ist mein Traumberuf“, freut sich der 35-Jährige. Selbst die Nachtfahrten
seien kein Problem für ihn. „Daran gewöhnt man sich.“ Während der Fahrt muss Peris ständig Scherheitsfahrtaste oder -schalter gedrückt halten. Davon gibt es als Knopf oder Pedal einige im Führerstand verteilt, so dass von jeder
Position aus ein Kontakt möglich ist. „Falls ich ohnmächtig werde oder wegen Krankheit während der Fahrt ausfalle“, sagt er. Unterbricht Peris den Kontakt, ertönt eine Hupe. Sollte er dann nicht reagieren und den Kontakt wieder
herstellen, wird nach 30 Sekunden automatisch eine Zugbremsung eingeleitet. Dann ist die Fahrt auch schon fast vorbei, der Wolfsburger Bahnhof nähert sich. Erneut hält Peris am Bahngleis und lässt die letzten Fahrgäste
aussteigen. Doch Feierabend hat er noch nicht. Peris fährt wieder los. Ein Stück außerhalb des Bahnhofs hält er an, zieht seine Warnweste an, steigt aus und stellt per Hand die Weiche für das Rangiergleis. Dort aufgefahren,
wechselt er an das andere Ende des Zuges. Jeder Zug hat zwei Führerstände, um ihn in beide Richtungen fahren zu können. Jetzt erst fährt der Zug auf das Gleis, auf dem er über Nacht stehen bleiben soll. Peris überprüft alle
Anzeigen, bevor er den Zug endgültig abstellt. Abrüsten heißt das im Lokführer-Jargon. „Der Zug wird betriebsbereit für den Nachfolger abgestellt“, erklärt Peris. Dazu gehört auch der Eintrag in das Übergabebuch. Darin sieht der
nächste Lokführer, ob alles stimmt mit dem Zug. Aussteigen, Lok abschließen - Feierabend? Peris zaubert Arbeitshandschuhe und Taschenlampe hervor, leuchtet Löcher im Zug ab. „In den Löchern ist Sand, den ich bei Bedarf mit
Druckluft auf die Schienen blasen kann. Das erhöht den Bremseffekt“, sagt er. Wenn Sand fehlt, muss er ihn nachfüllen. Aber heute ist alles in Ordnung. „So, jetzt geht es nach Hause.” |
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Beginn eines Arbeitstages. |
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Eintragung im Übergabebuch. |
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Anschalten der Batterie. |
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Meldung an den Fahrdienstleiter.. |
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Im Führerstand. |
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Überprüfung nach der Fahrt. |
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250 Tonnen unterwegs Daten zu Regiozügen (ba) Auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Wolfsburg sind überwiegend Loks der Baureihe 112 im Einsatz. Rainer Peris versieht seinen Dienst hauptsächlich auf diesem Lok-Typ. Hersteller ist die Firma AEG Hennigsdorf. Die Loks 112 haben ein Gewicht von 83,8 Tonnen bei einer Länge von 16,64 Metern. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern mit einer Leistung von 3820 Kilowatt. Die Lok 112 wurden in den Jahren 1992 bis 1994 in Dienst gestellt. Auf der Strecke Hannover-Wolfsburg sind sie in der Regel mit vier Reisezugwagen (inklusive Steuerwagen) im Einsatz. Die Reisezugwagen haben ein Gewicht von 41 Tonnen je Wagen. Diese haben eine Länge von jeweils 26,4 Metern, womit ein regulärer Regiozug mit 350 Sitzplätzen auf eine Gesamtlänge von je 122 Metern bei einem Gesamtgewicht von 250 Tonnen kommt. |
Zur Abfahrt pfeifen, Fahrkarten kontrollieren und Handys finden Michael Kautz ist Kundenbetreuer im Nahverkehr der Deutschen Bahn |
“Ein tolles Erlebnis war, als mich eine Stammfahrerin im Supermarkt in Zivilkleidung erkannt und angesprochen hat“, freut sich Michael Kautz. Der 41-jährige Isenbütteler arbeitet seit 20 Jahren
bei der Deutschen Bahn, seit Dezember 2004 ist er Kundenbetreuer im Nahverkehr auf der Strecke Wolfsburg-Hannover-Hildesheim und zurück und fährt dabei auch durch den Landkreis Gifhorn. Wenn Kautz seinen Tagesdienst in Wolfsburg
beginnt, sieht er viele bekannte Gesichter. „Manche Fahrgäste kennt man schon. Die sitzen jeden Tag zur gleichen Zeit im gleichen Zug, oft sogar am gleichen Platz. Wenn dann mal jemand fehlt, fällt das gleich auf“, erzählt er.
Während der Zug unterwegs ist, sichtet Kautz die Fahrkarten der zusteigenden Kunden. Einzelfahrscheine, Wochen-, Monats- und Jahreskarten, Ermäßigungen - er muss fit sein in den einzelnen Tarifen der Bahn und den Streckenverläufen.
Außerdem ist er Ansprechpartner, wenn Kunden Fragen zu Anschlussverbindungen, Haltestellen und Fahrtzeiten haben. Und er verkauft Fahrkarten. „Es passiert immer wieder, dass ein Kunde es gerade noch rechtzeitig zum Zug schafft und
bei mir einen Fahrschein kaufen muss.“ Dafür hat Kautz sein so genanntes Mobiles Terminal dabei, mit dem er Fahrkarten ausdrucken kann. |
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An den Haltestellen geht es zuweilen hektisch zu. Laufende Reisende, verspätete Züge oder Busse, Lautsprecherdurchsagen und Stimmengewirr können für Stress sorgen. Jetzt heißt es für Kautz,
doppelt aufmerksam zu sein. Er muss Uhr und Bahnsteig gleichzeitig im Auge behalten. Mit einem Pfiff signalisiert er den Reisenden, dass der Zug gleich abfährt. Nachdem er die Türen des Zuges geschlossen hat, gibt er mit der grünen
Kelle pünktlich dem Lokführer das Signal für die Weiterfahrt. „Wer dann noch einsteigen will, hat leider Pech gehabt. Das Risiko ist einfach zu groß. Der Zug kann nicht wie ein Bus einfach wieder anhalten oder länger warten“,
betont Kautz. Jede Sekunde Verzögerung bei der Abfahrt muss auf der Strecke wieder aufgeholt werden, was nicht immer so einfach möglich sei. Seit 16 Jahren ist Kautz als Zugbegleiter tätig. Da bekommt man Menschenkenntnis, sagt
er. Die braucht er auch, denn er sieht sich als Kundenbetreuer, nicht als Fahrkartenkontrolleur, und er muss Entscheidungen treffen, bei denen er zwischen Service am Kunden, den Möglichkeiten innerhalb der Vorschriften und der
Sicherheit der Fahrgäste abwägen muss. „Erst Denken, dann Handeln“, fasst er zusammen. Wer ohne Fahrkarte fahre, müsse mit Problemen rechnen, so Kautz. Für Schwarzfahrer habe er kein Verständnis, aber für Kunden, die einen
schlechten Tag hätten. „Vor Jahren habe ich ein Paar kontrolliert, das keine Fahrkarten hatte. Die beiden haben mir erzählt, sie seien obdachlos und unterwegs, um ihre Stütze abzuholen.“ Kautz habe das akzeptiert, zwei Tage später
sei das Paar gekommen und habe das Geld für die Fahrkarten gebracht. In einem anderen Fall habe ihm eine Frau erzählt, sie hätte ihre Monatskarte im Büro vergessen. „Die hatte zwei vorhergehende abgelaufene Monatskarten für die
Strecke noch in der Tasche und außerdem die für den Folgemonat.“ Auch hier habe er keine Anzeige wegen Schwarzfahrerei erstattet, und die Kundin habe am kommenden Tag die richtige Karte vorgezeigt. Wenn der Zug an der letzen
Station der Strecke einfährt, hat Kautz noch längst keinen Feierabend. „Ich überprüfe für die Folgeschicht anhand des Bremszettels die Wagenzusammenstellung mit Gewicht und Bremskraft.“ Dabei helfen ihm Erfahrungen, die er in vier
Jahren Rangierdienst bei der Bahn gesammelt hat, bevor er Kundenbetreuer im Nahverkehr wurde. „Kundenbetreuer ist ein Ausbildungsberuf mit drei Jahren Lehrzeit“, sagt der 41-jährige Isenbütteler. „Zum Feierabend gehe ich außerdem
durch den Zug, ob auch wirklich alle Kunden ausgestiegen und die Fenster geschlossen sind.“ Und er nimmt Fundsachen an sich, damit diese nicht in falsche Hände gelangen. „Vom Regenschirm bis zum Handy bleibt alles liegen, was
Reisende im Zug dabei haben“, erzählt er. Ist der Besitzer nicht sofort ausfindig zu machen, kommt der Gegenstand in die Fundsachenaufbewahrung. Manchmal kümmert sich Kautz auch selbst darum, dass die Sachen den Weg zurück zum
Besitzer finden. „Ich habe mal ein Handy gefunden und anhand der Nummer den Besitzer ermittelt. Das war ein junger Mann. Der hat sich so gefreut, dass er mir ein paar Tage später als Dank ein T-Shirt vom VfL Wolfsburg geschickt
hat“, erinnert sich der Kundenbetreuer. |
Täglich etwa 35.700 Züge Zahlen zur Bahn (ba) Insgesamt hat die Bahn rund 225.000 Mitarbeiter, davon sind etwa 8000
Auszubildende. Im Personenverkehr sind 64.000, im Bereich Transport und Logistik 62.000, in der Abteilung Fahrweg 44.000, auf den Personenbahnhöfe 5000 sowie im Bereich Dienstleistungen und Beteiligungen etwa 50.000 Mitarbeiter
tätig. 20.400 Triebfahrzeugführer (Lokführer) beschäftigt die Bahn, das Zugbegleitpersonal (unter anderem Fahrkarten- kontrolleure) zählt 10.500 Mitarbeiter. Zum Streckennetz gehören 35.593 Kilometer, 5665 Bahnhöfe und 5609
Stellwerke. Pro Tag fahren 35.696 Züge: im Fernverkehr 1302 mit 320.000 Reisenden, im Nahverkehr 28.889 mit rund 4,3 Millionen Reisenden und im Güterverkehr 5505 Züge. |
Freigabe für die Züge erfolgt über ein altes Kurbeltelefon Kerstin Schulze bedient das Wittinger Stellwerk der Deutschen Bahn |
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