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Hier geht es zu den Folgen 1 bis 4 |
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Folge 5: Naturschutzgebiet Wald |
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Naturschutz nicht nur durch Ruhe
24.000 Hektar im Landkreis Gifhorn ausgewiesen – Bewirtschaftung zum Teil erforderlich |
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Naturschutz dient Tieren und Pflanzen, aber auch den Menschen. Im Landkreis Gifhorn gibt es rund 24.000 Hektar ausgewiesener Schutzgebiete verschiedener Kategorien. Ihre
Aufgabe reicht vom Artenerhalt für Tiere und Pflanzen bis zur Erholung der Menschen.Naturschutz bedeutet nicht zwingend, die Natur in ihrem derzeitigen Zustand zu belassen. Vielfach ist es notwendig,
Flächen in den Zustand früherer Jahre zurück zu versetzen, um so die Artenvielfalt zu erhalten. Bei sensiblen Ökosystemen ist auch eine schonende Bewirtschaftung notwendig, um das Gleichgewicht zu erhalten.
Auch die Hege von neu angepflanzten heimischen Gewächsen gehört zum Naturschutz. Im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) Drömling beispielsweise betreut das Forstamt Danndorf 650 Hektar Birken- und
Erlenbruchwald. Durch die Wasserrückhaltungsmaßnahmen im Drömling haben die Niedermoorstandorte wieder natürlich hohe Wasserstände. Die Wälder stehen rund zwei Drittel des Jahres im Wasser. Sehr
abwechslungsreiche Wälder mit hohem Totholzanteil entwickeln sich. Das heutige Landschaftsbild entstand erst durch Entwässerungs- und Kultivierungsmaßnahmen im 18. Jahrhundert. Davor war das Gebiet nahezu
unzugänglich. Seit den 1960er Jahren wurde der Drömling allmählich zum Schutzgebiet. |
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Weitere Beispiele für Naturschutzmaßnahmen an Waldgebieten im Landkreis gibt es im Barnbruch entlang der Aller. Die Naturschutzbedeutung des Barnbruchs ist wegen der gestörten
Wassersituation erheblich beeinträchtigt. Es sterben Laubbaumarten wie Eiche Erle, Esche, die Behörden arbeiten gemeinsam an einer Lösung.Vom FFH Gebiet Großes Moor bei Gifhorn betreut das Forstamt Unterlüß den
nordwestlichen Teil entlang des Sauerbaches. Auf einer rund 45 Hektar großen Fläche ist zurzeit eine größere Renaturierungsmaßnahme geplant. Großvögel in den Wäldern beispielsweise werden von den Fortamtsmitarbeitern
geschützt, indem direkte Horst- und Brutbereiche nicht verändert und die Bewirtschaftung der angrenzenden Waldflächen zeitlich nach den Brutzeiten ausgerichtet werden. |
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Wussten Sie, dass der Wald ein Umweltschützer ersten Grades ist? Wald schluckt Schall, reguliert das Klima und filtert das Grundwasser. So haben Messungen mit Generatoren
in der Schweiz ergeben, dass Lärm am Waldrand nicht mehr zu hören ist, wenn man sich etwa 250 Meter tief im Wald befindet. Auf freiem Ackerland dagegen ist dieser Lärm noch in zwei Kilometer Entfernung
hörbar. Wald, je nach Beschaffenheit, dämpft also den Lärm bis zu zehn Mal stärker. |
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Netz für den Naturschutz Natura-2000-Flächen Gut ein Viertel der Naturschutzgebiete im
Landkreis sind so genannte Natura-2000-Flächen. Diese umfassen insgesamt rund 15.000 Hektar im Landkreis.Natura 2000 bezeichnet ein zusammenhängendes ökologisches Netz von Schutzgebieten in Europa. Natürliche und
naturnahe Lebensräume und gefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen sollen durch Natura 2000 geschützt und erhalten werden. Durch Natura 2000 werden besondere Vogelschutzgebiete sowie FFH-Gebiete (Flora, Fauna, Habitat)
zu einem Netz geknüpft, um so großflächig den Erhalt und Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Dies ist notwendig, weil sich Tiere nicht an kleine Schutzgebiete als Lebensraum halten, sondern oft
großflächige Bereiche benötigen, die teilweise auch unterschiedliche Strukturen aufweisen. Einige Fledermausarten zum Beispiel überwintern in Höhlen, brauchen aber Wälder als Jagdreviere. Bisher wurden für Natura 2000
in ganz Niedersachsen Flächen von insgesamt rund 790.000 Hektar ausgewählt, das sind mehr als 15 Prozent der Landesfläche. Die im Kreis ausgewiesenen 15.000 Hektar machen etwa zehn Prozent der Landkreisfläche aus. |
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Viele Arten von der Roten Liste Vielfalt in der Pflanzenwelt durch Naturschutz – Beispiel Drömling |
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Jedes Schutzgebiet im Landkreis Gifhorn ist auf seine eigene Weise faszinierend und Lebensraum für zahlreiche Tierarten (s. Text unten). Aber auch die Pflanzenwelt ist es
wert, betrachtet zu werden. In den Waldflächen, die einen großen Teil der Schutzgebiete ausmachen, finden sich seltene und sehenswerte Pflanzen.„Es gibt einen Grundsatz: In den Schutzgebieten dürfen keine
Pflanzen oder deren Teile beschädigt oder entfernt werden“, erklärt Christoph Rothfuchs von der Funktionsstelle für Waldökologie und Waldnaturschutz der Niedersächsischen Forstämter Danndorf und Unterlüß.
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Ein besonders gutes Beispiel für den Artenreichtum in Schutzgebieten ist der Drömling im Osten des Kreises an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. In diesem 320 Quadratkilometer großen
Bereich, von dem ein kleiner Teil zum Landkreis gehört, finden sich Pillenfarn, die Flutende Teichsimse und die Gelbe Wiesenraute, die hier mit der Glänzenden Wiesenraute gemeinsam wächst, was sonst nicht der Fall ist.
450 Farn- und Blütenpflanzenarten wachsen im Drömling, von denen mehr als 70 auf der Roten Liste stehen.Auch der Baumbestand ist ein besonderer. An den Gräben stehen zahlreiche Pappeln, vor allem im 650 Hektar großen
Teilstück Giebelmoor stehen Erlen- und Birkenbruchwälder. Diese stehen zwei Drittel des Jahres unter Wasser. Durch die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt fühlen sich naturgemäß auch Tiere im Drömling wohl. Auf der
Roten Liste stehen Kreuzkröte, Laubfrosch und Ringelnatter. Von 25 nachgewiesenen Fischarten stehen zehn auf der Roten Liste. Zahlreiche Libellenarten, Heuschrecken, Wasserkäfer sowie Tag- und Nachtfalter kommen vor.
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Im Kreis Gifhorn gibt es sowohl internationale wie auch nationale Schutzgebiete. Die internationalen Natura-2000-Gebiete umfassen 15.000 Hektar. 42.000 Hektar groß sind die nationalen
Natur- und Landschaftsschutzgebiete.Der Unterschied beider Kategorien besteht darin, dass Natura-2000-Flächen ein europaweit zusammen hängendes System zum Schutz von Tieren und Pflanzen bilden, während nationale
Schutzgebiete einzelne Flächen sind. Viele Gebiete sind doppelt ausgeweisen wie Drömling, Aller mit Barnbruch, Großes Moor, Külsenmoor/ Rössenbergheide, Lutter-Lachte-Ise-Aschau, Südheide, Maaßeler Lindenwald.
Bornbruchsmoor, Bullenkuhle und Bösebruch sind nur nationale Naturschutzgebiete. In diesen Gebieten, die mit Schildern gekennzeichnet sind, sind das Verlassen der Wege sowie die Beschädigung oder das Entfernen von
Pflanzen oder deren Teile verboten. |
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Wo Luchs und Adler leben Schutzgebiete im Landkreis sind wieder Heimat seltener Tierarten |
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Wälder sind von jeher die Heimat zahlreicher Tierarten. Viele davon sind inzwischen durch Jagd oder weil Acker- und Siedlungsbau ihre Lebenräume zerstören aus unserer Region
verschwunden. Die Schaffung von Schutzgebieten hat einige Arten zurück in den Landkreis geholt. |
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Eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete (BSG) ist das 8000 Hektar große Gebiet Südheide bei Sprakensehl, in dem laut Christoph Rothfuchs von der Funktionsstelle für
Waldökologie und Waldnaturschutz der Niedersächsischen Forstämter Danndorf und Unterlüß Sperlingskauz, Schwarzstorch, Kranich sowie Fisch- und Seeadler vorkommen. Der Sperlingskauz lebt in großen
zusammenhängenden Waldgebieten. Er benötigt Nadelwälder mit hohem Fichtenanteil, da er sich auch im Winter vor Feinden verstecken muss. Die Südheide beherbergt das einzige europäische Flachlandvor- kommen
des Sperlingskauzes. |
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Im Drömling gibt es Kraniche und eine große Anzahl von Kleinspechten. Wegen der hohen Wasserstände sind in den Giebelmooren im Frühjahr Moorfrösche zu hören. Im Barnbruch leben
Grauspecht und Rotmilan, im Großen Moor Kraniche.Rothfuchs schätzt, dass im Bereich der Forstämter Danndorf und Unterlüß innerhalb des Landkreises rund 25 Kranichpaare brüten, acht Schwarzstorchpaare, etwa 20
Sperlingskäuze und mehr als 110 Mittelspechte. Beim Luchs vermutet Rothfuchs, dass einzelne Tiere aus dem Harz bis in die Südheide gewandert sind. Zumindest seien Rehe gefunden worden, die eindeutig vom Luchs gerissen
wurden. Der Biber ist aus Sachsen-Anhalt eingewandert. Vom Wolf halten sich mehrere Tiere in der Heide auf, die bis in den Gifhorner Nordkreis streifen. Die häufigsten Beobachtungen gibt es aus dem Gebiet Unterlüß.
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Folge 6: Waldbrandkatastrophen im Landkreis Gifhorn |
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Der Wald brennt... Drei große Katastrophen von 1975 bis 1999 Gleich drei Waldbrandkatastrophen hat es im
Landkreis in der Zeit von 1975 bis 1999 gegeben. Der größte war der Brand von 1975, der in der Nähe von Stüde ausbrach. Am 8. August 1975 geriet ein Flächenbrand bei Stüde außer Kontrolle. In den folgenden
Tagen brachen wegen der langen Trockenheit in den Landkreisen Gifhorn und Celle ständig weitere Feuer aus. Am 10. August wurde der Katastropgen-Zustand ausgerufen, der für acht Tage bestehen blieb. Löschzug
der Bahn Rund 15.000 Feuerwehrleute, 11.000 Bundeswehrsoldaten und zahlreiche Helfer weiterer Organisationen waren mit 3800 Fahrzeugen, darunter Panzer, im Einsatz. Drei französische Löschflugzeuge
unterstützten, die Bahn hatte einen Schienenlöschzug im Einsatz. Mehr als 7000 Hektar Wald wurden insgesamt vernichtet, fünf Feuerwehrleute verbrannten bei Meinersen. Malloh in Flammen Bei Straßenarbeiten
auf dem Testgelände bei Ehra entstand die Brandkatastrophe vom 26. Juli 1983. Zwei Tag herrscht Katastrophenalarm, schnell sind weit mehr als 1000 Helfer im Einsatz. Im Gegensatz zu 1975 wurden sofort auch
Wehren aus den Nachbarkreisen alarmiert, die Bundeswehr schickte zwei Transall-Löschflugzeuge. Hunderte Hektar Wald im Malloh verbrannten. 300 Hektar Wald standen am 2. August 1999 bei Wilsche in Flammen,
500 Feuerwehrleute aus der Region waren einen Tag im Einsatz. Die Erfahrungen der drei Brandkatastrophen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Brandschutz stark verbessert wurde. |
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Wussten Sie, dass rund 80 Prozent der ehemaligen Wälder weltweit seit der Steinzeit durch Brandrodung verschwunden sind? Seit
der Steinzeit roden die Menschen Waldflächen mit Feuer. Auf den Flächen entstanden Acker, Viehweiden, Siedlungen. In Brasilien werden täglich riesige Urwaldflächen ein Raub der Flammen, um künftig Zuckerrohr
anbauen zu können als nachwachsender Rohstoff für die Treibstoffindustrie. Mittels Satellitenaufnahmen haben Wissenschaftler reine Urwälder erfasst. Noch gibt es sechs große Waldgebiete: Urwälder in Alaska
und Kanada, der Amazonas- Regenwald, die Bergwälder Chiles, die Urwälder Russlands sowie die Regenwälder Zentralafrikas und Indonesiens. |
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Ein Waldbrand ist schnell ent- standen und kann gewaltigen Schaden anrichten. Hier ein paar Verhaltensregeln, um solche
Katastrophen zu verhindern: 1) Kein offenes Feuer im Wald oder Waldnähe. 2) Grillen nur auf frei- gegebenen Grillplätzen, dazu beim Forstamt fragen. 3) Im Wald gilt vom 1. März bis 31. Oktober ein
allgemeines Rauchverbot. 4) Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen. 5) Zufahrtswege zum Wald für die Feuerwehr frei halten. 6) Kein Glas im Wald zurück lassen, es wirkt wie ein Brennglas
in der Sonne. 7) Jeden Waldbrand unter Notrufnummer 112 sofort melden. |
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In 40 Metern Höhe auf Feuerwache
Kameras sollen Überwachung übernehmen |
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Wenn im Sommer die Waldbrandgefahr im Landkreis Gifhorn steigt, dann zieht sich das Überwachungsnetz enger zusammen. Derzeit
wird in zwei Türmen und mit einem Flugzeug aufsteigenden Rauchfahnen nachgespürt. Künftig sollen diese Arbeit Kameras übernehmen. Es geht steil empor, und nach wenigen der rund 40 Metern Höhe, die über
schmale Metallstufen zu erklimmen sind, pfeift der Wind um die Ohren. Ganz oben auf dem Turm im Malloh geht es schwankend zu wie auf einem Schiff. Aber der Ausblick entschädigt - der Landkreis liegt dem
Betrachter zu Füßen, allerdings von einem Meer grüner Baumwipfel bedeckt. Es ist nicht einfach, zwischen Staubfahnen von Traktoren, die über Felder fahren, Rauchwolken vom Schießbetrieb auf dem
Bundeswehrgelände Ehra und Rauchfahnen von wirklichen Feuern zu unterscheiden. Bislang werden ab Waldbrandstufe vier die beiden Feuerwachtürme im Landkreis besetzt, von denen je einer im Malloh in Nähe des
Truppenübungsplatzgeländes Ehra-Lessien sowie an der VW-Versuchsstrecke steht. Mitarbeiter der Forst sitzen dann 40 Meter über dem Erdboden auf einer Plattform und können weit in den Landkreis blicken. In
trockenen Sommermonaten ist das eine personalintensive Aufgabe. Daher will das Land künftig die Wälder von Digitalkameras überwachen lassen. Die sind rund um die Uhr im Einsatz und könnten Zug um Zug ein
wesentlich dichteres Überwachungsnetz bilden. Allerdings: Wann die ersten Geräte installiert werden, ist derzeit noch unklar. Auch die Höhe der Kosten, die komplett vom Land getragen werden, steht noch nicht
fest. Ganz wird die Technik den Menschen aber nicht ersetzen. Der derzeitige zusätzliche Flugdienst bei Waldbrandgefahr wird erhalten bleiben, um im Brandfall die Einsatzkräfte zu koordinieren. |
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Der Ausblick von den 40 Meter hohen Feuerwachtürmen im Landkreis Gifhorn ist gewaltig. |
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